Weitläufig ist bekannt, dass Zecken im Frühjahr und Sommer ihre Hochsaison erleben und Zeckenbisse in diesen Jahreszeiten besonders häufig auftreten!

Oft werden jedoch die dunkleren Monate bezüglich des Zeckenaufkommens unterschätzt, sowie die zunehmende ganzjährige Aktivität dieser Ektoparasiten.

Die generelle „Zeckenzeit“ liegt zwischen Ende Februar und Oktober, in diesen Monaten wird die „Wohlfühltemperatur“ der Plagegeister, die bei etwa 7°C und mehr liegt, erreicht. Ist diese Temperaturschwelle überschritten, steigt die Aktivität der Zecken und Bisse werden häufiger.

Da jedoch die vergangenen Winter oft sehr mild ausfielen und Temperaturen um die 7°C keine Seltenheit waren, konnte beobachtet werden, dass Zecken nicht in ihre sonst üblichen Ruhephasen bzw. Winterschlaf verfielen, sondern nahezu den kompletten Winter über aufzufinden waren!

Dies belegt auch die Studie der Universität Hohenheim, welche die zunehmende ganzjährige Aktivität von Zecken in einer Gartenstudie nachwies. Damit widerlegt sich auch die vorherrschende Aussage, dass nur in den warmen Monaten mit Zeckenbissen zu rechnen sei.

So fühlen sich die Plagegeister in den Sommermonaten natürlich wohler, können jedoch auch den Winter problemlos überstehen. Wird die besagte Temperaturschwelle der 7°C in den Wintermonaten doch deutlich unterschritten, können Zecken allerdings problemlos überwintern. Vorzugsweise unter feuchtem Laub, in Fuchsbauten, Maulwurfshöhlen oder verlassenen Nestern, generell an feucht warmen Orten.

Erst, wenn das Thermometer über mehrere Wochen unter -20°C fällt, kann es sich auf das Überleben der Zeckenpopulationen auswirken. Doch selbst in kälteren Regionen, wie Skandinavien können viele Arten den Winter problemlos überstehen. Dort bleiben die Zecken unter der isolierenden Schneedecke, die Ihnen Schutz vor sehr eisigen Temperaturen liefert.

Da jedoch, wie schon Erwähnt, die Winter in unseren Breiten oft sehr mild ausfallen, verfallen die Ektoparasiten, wenn überhaupt nur in kurze Phasen des Winterschlafs. Sobald die Temperaturen über mehrere Tage auf mindestens 7°C ansteigen, erwachen sie und werden wieder aktiv.

Daher ist es wichtig, dass das Thema Zeckenprävention und -Kontrolle nach dem Spaziergang auch in den kälteren Monaten nicht vernachlässigt wird.