Mit der Frage “Sind Zecken für Hunde gefährlich?” bist du als leidenschaftlicher Hundehalter nicht allein. Jedes Jahr aufs neue, wenn die lästige Zeckenzeit beginnt, stellen sich viele die Frage: Sind Zecken für meinen Hund gefährlich? Auf dem Markt gibt es viele verschiedene Mittel, mit welchen die lästigen Blutsauger von deinem Hund abgehalten werden sollen. Die einen wirken im Blut, die anderen auf der Haut, wieder andere mit Duftstoffen. Aber sind diese Anti-Zecken-Mittel überhaupt notwendig? Sind Zecken für Hunde gefährlich? Wir sind den kleinen Spinnentieren auf die Schliche gekommen und haben die Gefahr, die sie für deinen flauschigen Freund darstellen unter die Lupe genommen.

Sind Zecken für Hunde gefährlich? Das kommt darauf an!

Zecken: kleine, meist dunkle, krabbelnde Spinnentiere. Sie warten am liebsten in hohem Gras oder im Unterholz des Waldes. Nähert sich ein potenzieller Wirt, werden sie aufmerksam. Kaum geht dieser vorbei, lassen sie sich abstreifen. Der Parasit wandert über das Fell deines Hundes und sucht sich einen gemütlichen Platz, um Blut zu saugen. Um die Frage, “Sind Zecken für Hunde gefährlich?“, korrekt beantworten zu können, muss man zunächst auf die Zecken genauer eingehen. Das Problem liegt beim Blutsaugen. Um an das Blut deiner Fellnase zu kommen, verwendet eine Zecke zunächst ihr Beißwerkzeug. Sie macht damit einen kleinen Riss in die Haut, um dann mit dem Saugrüssel einzudringen. Das bemerkt dein Hund gar nicht, denn in der Regel sondert die Zecke währenddessen ein Sekret ab, welches die Hautstelle betäubt. So kann sie ganz ungestört mit der Blutmahlzeit beginnen.

Das Blutsaugen an sich wäre gar nicht so riskant für deinen Vierbeiner, wenn da nicht der Mageninhalt und der Speichel der Zecken wären. Diese Substanzen sind Träger verschiedener Krankheitserreger, die deinem pelzigen Freund das Leben schwer machen können. Einige Infektionen werden direkt beim Blutsaugen auf den Hund übertragen, denn sie befinden sich im Speichel. Den sondert die Zecke ab, um die Einstichstelle zu betäuben und die Blutgerinnung zu verhindern. So kann der Parasit in Ruhe Blut saugen, ohne dass sein Wirt es bemerkt. Andere Erreger werden über den Mageninhalt der Zecke abgegeben. Wenn die Zecke vollgesogen ist, kann dieser sich austauschen oder aber die Zecke erbricht sich durch Stress, wenn sie entfernt wird. Je nachdem, ob eine Krankheit durch den Speichel oder den Mageninhalt übertragen wird, ist dies nach wenigen Stunden schon möglich.

Schon jetzt können wir also eine Antwort auf die Frage “Sind Zecken für Hunde gefährlich?” geben: Ja – von Ihnen geht aufgrund der Krankheitserreger eine Gefahr für deine Fellnase aus. Das Risiko einer schweren Erkrankung sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Um der Frage noch genauer auf den Grund zu gehen, zeigen wir dir, welche gesundheitlichen Probleme und Symptome durch einen Zeckenstich ausgelöst werden können.

Sind Zecken für Hunde gefährlich? Diese Krankheiten können übertragen werden

Nahezu jede Zecke kann ein Gesundheitsrisiko für deinen Hund darstellen. Denn ob die Parasiten mit einem Krankheitserreger infiziert sind und ob bereits eine Erregerübertragung stattgefunden hat – das kannst du selbst leider nicht auf Anhieb herausfinden. Deshalb ist es umso wichtiger, die Krankheiten und deren Symptome nach einem Zeckenstich zu kennen. So kannst du schnell reagieren und deinen Liebling bei einem Verdacht zur Behandlung zum Tierarzt deines Vertrauens geben. Nicht jede Zeckenart überträgt die gleichen Krankheiten. In Deutschland sind besonders 4 Arten heimisch:

  • der Gemeine Holzbock,
  • die Auwaldzecke,
  • die braune Hundezecke und
  • die Buntzecke.

Aufgrund der klimatischen Veränderungen und der milden Winter kommen jedoch immer häufiger Zeckenarten in Deutschland vor, die ursprünglich nur im Mittelmeerraum zu finden waren. Dazu gehört zum Beispiel die Hyalomma-Zecke.

Zeckenstich: mit FMSE Virus sind Zecken für Hunde gefährlich

Das FSME Virus ist in Europa die am häufigsten durch Zecken übertragene Krankheit – sowohl bei Menschen als auch bei Hunden. Die Erkrankung wird durch den Speichel des Gemeinen Holzbock übertragen, rund 1 bis 4 % der Zecken tragen den Erreger in sich. Die sogenannte Frühsommermeningoenzephalitis löst bei deiner Fellnase schwerwiegende Symptome aus. Da das Virus über den Speichel der Zecke in die Blutbahn deines pelzigen Freundes gelangt, bietet selbst das frühzeitige Entfernen des Parasiten keine Sicherheit. Es gibt aber gute Nachrichten: Nicht jeder Hund, der von einer infizierten Zecke gebissen wird, erkrankt. Viele Tiere entwickeln eine Immunität gegen das Virus und zeigen daher keine Symptome.

Wird dein Hund durch einen Zeckenbiss mit der Krankheit infiziert und erkrankt, dauert es ungefähr eine Woche, bis er erste Symptome zeigt. Dazu gehören in der Regel Abgeschlagenheit, hohes Fieber sowie Gleichgewichtsstörungen. Leider bleibt es nicht dabei – FSME kann Nerven im Klein- und Großhirn schädigen und dadurch weitere Symptome auslösen:

  • hohe Schreckhaftigkeit
  • Krampfanfälle
  • Koordinationsprobleme
  • Lähmungen der Gliedmaße
  • Gangstörungen
  • Hals-, Rücken- und Nackenschmerzen
  • eingeschränkte Reflexe

 

Falls du nach einem Zeckenbiss Störungen in den Bewegungsabläufen deiner Fellnase beobachtest, solltest du ihn unbedingt vom Tierarzt untersuchen lassen. Dieser kann die Symptome lindern, die Krankheit an sich jedoch nicht mit Medikamenten bekämpfen. Das Immunsystem deines Lieblings muss sie besiegen. Das ist je nach Schweregrad der Erkrankung gut möglich, allerdings können bleibende Schäden entstehen. Sind Zecken für Hunde gefährlich? Wenn sie das FSME-Virus in sich tragen, sind sie das auf jeden Fall.

Wie gefährlich sind Zecken für Hunde? Babesiose durch Zecken

Die Babesiose, oder auch Hundemalaria, wird am häufigsten durch die Auwaldzecke übertragen. Auslöser dieser Krankheit sind winzig kleine Parasiten, die einzelligen Babesien. Sie vermehren sich in den roten Blutkörperchen ihres Wirtes und zerstören diese dadurch. Anders als bei den FSME-Viren werden Babesien erst nach 12 – 48 Stunden von der Zecke auf ihren Wirt übertragen. Es gilt also: Jede Zecke so schnell wie möglich entfernen, dann kann eine Infektion verhindert werden. Die Inkubationszeit liegt zwischen 1 und 3 Wochen. Danach entwickelt ein Hund erste Symptome: Apathie, Antriebslosigkeit, Appetitlosigkeit, blasse Schleimhäute, rötlicher Urin und hohes Fieber. Bei schwerwiegenden Fällen wird die Anzahl der roten Blutkörperchen durch die Babesien so stark reduziert, dass die erkrankten Tiere einen Schock erleiden. Weiterführende Komplikationen sind Nierenversagen und Lungenödeme. Je nachdem, wie fit die befallene Fellnase ist, kann eine Infektion mit dem Krankheitserreger von Hundemalaria zum Tod führen. Wenn die Parasiten diesen Erreger übertragen, sind Zecken für Hunde gefährlich. Aber: Es gibt Hoffnung! Dein Tierarzt hilft euch im Falle einer Infektion weiter. Der Erreger kann im Blut nachgewiesen und dann durch ein spezielles Medikament bekämpft werden.

Die braune Hundezecke überträgt Ehrlichiose

Die Ehrlichiose wird etwa 3 Stunden nach einem Zeckenstich übertragen. Der Krankheitsverlauf lässt sich in Stadien teilen: das akute, das subklinische und das chronische Stadium. Nach spätestens 3 Wochen treten im akuten Stadium die einleitenden Symptome auf. Fieberschübe, Apathie, Gewichtsverlust und Magen-Darm-Probleme sind die ersten Anzeichen einer Erkrankung. Außerdem entstehen Gefäßschäden, die beispielsweise zu Nasenbluten führen können. Im Subklinischen Stadium klingen diese Symptome wieder ab, bis es im chronischen Stadium zu Gelenkentzündungen und Lahmheiten kommt. Die Ehrlichiose muss tierärztlich behandelt werden, sonst kann sie tödlich enden. Bei einer Nichtbehandlung der Krankheit sind Zecken für Hunde gefährlich.

Sind Zecken für Hunde gefährlich?

Grundsätzlich sind die Parasiten nicht gefährlich – es sei denn, in ihnen lauern Krankheitserreger. Infiziert sich ein Hund mit ihnen, kann das schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. In dem Fall lässt sich die Frage “Sind Zecken für Hunde gefährlich?” nur mit einem großen “Ja!” beantworten. Krankheiten wie Anaplasmose, Borreliose und FSME können deiner Fellnase das Leben schwer machen – und es im schlimmsten Fall sogar beenden. Jede Zeckenart überträgt andere Krankheiten und das jeweils in einem individuellen Zeitraum. Damit dein flauschiger Freund gesund bleibt und Zecken für ihn keine Gefahr sind, kannst du dich um den richtigen Zeckenschutz kümmern.

Umfassender Zeckenschutz für deinen Liebling

Es gibt viele Möglichkeiten, um deinen Hund vor Zecken zu beschützen. Wir geben dir eine kleine Übersicht:

  • Spot-On-Präparate: Dieser Zeckenschutz wird auf die Haut aufgetragen und dringt in das Blut und den Organismus ein. Zecken, die sich festbeißen, nehmen ihn auf und sterben schnell. Sie werden durch das Blut deines Vierbeiners vergiftet.
  • Repellent-Halsbänder: Halsbänder mit repellierender Wirkung schrecken Parasiten ab, ohne ihnen zu schaden. Sie wirken lediglich oberflächlich.
  • Anti-Feeding-Halsbänder: Dieser Effekt bewirkt, dass eine Zecke den Hund nicht beißt.  Im Hautfett des Hundes befindet sich der Wirkstoff, der sie davon abhält.
  • Knock-Down-Halsbänder: Ein Anti-Zecken-Mittel mit dem sogenannten Knock-Down-Effekt vergiftet die Zecke, sobald sie das Blut des Vierbeiners aufnimmt.
  • Anti-Zecken-Tabletten: Der Wirkstoff der Tabletten wird über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Von dort aus gelangt er ins Blut und verteilt sich im gesamten Organismus. Die Parasiten nehmen ihn auf, sobald sie Blut saugen, und sterben daran – wie beim Knock-Down-Effekt.
  • Ergänzungsfuttermittel: Es gibt clevere Nahrungsergänzungsmittel, die mit natürlichen Wirkstoffen wie Zistrosenkraut oder Kokosöl von innen heraus dafür sorgen, dass deine Fellnase für Zecken und andere Parasiten uninteressant ist.
  • Bernsteinhalsbänder: Online findest du außerdem Halsbänder mit Bernsteinen. Diese sollen Zecken und Flöhe durch elektrische Aufladung fernhalten.
  • Anti-Zecken-Sprays: Mittel zum Sprühen funktionieren in der Regel als Repellent. Sie schrecken Parasiten durch bestimmte Duftstoffe ätherischer Öle ab.

 

Die Frage “Sind Zecken für Hunde gefährlich?” müssen wir zwar leider mit Ja beantworten, jedoch kannst du die Gefahren für deinen flauschigen Liebling eingrenzen. Mit den richtigen Mitteln sagst du allen Zeckenarten den Kampf an und sorgst dafür, dass sie euch auf dem täglichen Spaziergang aus dem Weg gehen. Während einige Mittel gegen Zecken eine aggressive Wirkung besitzen und sich aufgrund der enthaltenen Gifte auch negativ auf den Hunde-Organismus auswirken können, findest du natürliche Alternativen, die deine Fellnase nicht zusätzlich belasten. Für welche Art der Vorbeugung du dich entscheidest, musst du für deinen Hund abwägen. Zwar sind Zecken für Hunde gefährlich, aber mit den richtigen Mitteln kannst du die Gefahren sowie die gesundheitlichen Belastungen einschränken. Dazu gehören sowohl vorbeugende Maßnahmen als auch das sofortige Handeln bei einem Zeckenbiss und auftretenden Symptomen.

Sind Zecken für Hunde gefährlich? Das Immunsystem ist wichtig

Wenn es um Zecken sowie die durch sie übertragbaren Krankheitserreger geht, dann spielt das Immunsystem eine wichtige Rolle. Sind die körpereigenen Abwehrkräfte stark, können sie beispielsweise die Erreger der Anaplasmose abwehren und dadurch eine ernsthafte Erkrankung verhindern. Insbesondere schwache, alte und bereits erkrankte Hunde haben ein höheres Risiko, an durch Zecken übertragenen Infektionen stark zu erkranken. Deshalb ist es wichtig, dass dein Hund alle Nährstoffe erhält, die er für ein gesundes Immunsystem benötigt. Sind Zecken für Hunde gefährlich? Ja, aber du kannst die Gefahr einschränken.

Nach einem Zeckenbiss: Gefahr gebannt?

Eine gute Maßnahme, um einem Zeckenstich vorzubeugen, ist das frühzeitige Entfernen der Zecke auf deinem pelzigen Gefährten. Suche ihn daher nach jedem Spaziergang einmal ab. Findest du eine Zecke im Fell, entferne sie und mache sie unschädlich. Falls der Parasit sich bereits in der Haut deines Lieblings verankert hat, ist spezielles Werkzeug nötig: Mit einer Zeckenzange kannst du den Störenfried entfernen. Achte dabei unbedingt darauf, nicht auf den Körper der Zecke zu drücken, denn das kann zu einem Erbrechen ihres Mageninhaltes ins Blut deines Hundes führen.

Sind Zecken für Hunde gefährlich? Achte auf diese Symptome

Du hast deinen Vierbeiner immer im Auge. Jeden Tag wirst du von seiner fabelhaften Laune angesteckt und erholst dich gemeinsam mit ihm an der frischen Luft. Wenn seine gute Stimmung 1 bis 3 Wochen nach einem Zeckenbiss ausbleibt und deine Fellnase statt Toben lieber Schlafen wählt, könnten das die Folge einer Krankheit sein. Beobachtest du

  • Abgeschlagenheit,
  • Fieberschübe,
  • Erbrechen,
  • Appetitlosigkeit,
  • Gewichtsverlust,
  • verfärbten Urin,
  • Bewegungsstörungen bzw. Lähmungen oder
  • Blutungen,

solltest du deinen besten Freund in die Hände des Tierarztes geben. Erzähl ihm bei der Untersuchung unbedingt von dem Zeckenbiss, das kann die Diagnose beschleunigen.

Sind Zecken für Hunde gefährlich? Ja…

… und für dich auch! Denn auch du bist ein potenzieller Wirt für die lästigen Blutsauger. Krankheiten wie Borreliose oder FSME können ebenso von Zecken auf Menschen übertragen werden. Deshalb solltest du nach einem Spaziergang nicht nur deine flauschige Fellnase auf Zecken untersuchen, sondern auch dich selbst. Unsere Ausgangsfrage, “Sind Zecken für Hunde gefährlich?” müssen wir definitiv mit Ja beantworten. Mit Krankheiten wie Hundemalaria, Frühsommer-Meningoenzephalitis oder Babesiose ist nicht zu spaßen. Unbehandelt bringen diese Erkrankungen lebensbedrohliche gesundheitliche Probleme mit sich. Wenn du jedoch mit einem Mittel deiner Wahl vorbeugst, deinen Hund für Zecken uninteressant machst und nach jedem Spaziergang sein Fell absuchst, kannst du die Gefahr für ihn bannen. Außerdem ist es entscheidend, wie schnell du die Zecken auf deinem Gefährten findest. Je fixer du sie entfernst, desto geringer ist die Infektionsgefahr.